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Dritte sollen Arbeitslosen helfen
"Rhein-Zeitung" vom 16. Juli 2002

Das Arbeitsamt Koblenz schloss gestern entsprechende Verträge: Betriebsnähe von Partnern beim Vermitteln nutzen

Arbeitslose sollen schneller und effektiver vermittelt werden. Das Arbeitsamt Koblenz beauftragte gestern erstmals offiziell vier Partner, vollständig bei der Suche nach Arbeitsplätzen und der Vermittlung mitzuhelfen. Bisher konnten nur Teilaufgaben an Dritte delegiert werden und nicht auch die gesamte Vermittlung. Unter den neuen Partnern ist auch die Handwerkskammer Koblenz.

"Es ist egal, wer Arbeitslose vermittelt. Hauptsache ist, dass sie vermittelt werden", sagte Torsten Cords, Direktor des Koblenzer Arbeitsamtes, bei der Vertragsunterzeichnung. Eine Gesetzesänderung im Sozialgesetzbuch erlaubt es den deutschen Arbeitsämtern, die komplette Vermittlungstätigkeit an private Arbeitsvermittler und Drittfirmen zu delegieren.

"Wir wollen das Knowhow unserer neuen Partner, die Berufskenntnis und deren Nähe zu den Betrieben nutzen, um unsere Arbeitslosen besser vermitteln zu können", so Cords. Karl-Jürgen Wilbert, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Koblenz, unterstützt dieses Anliegen. Die HwK kenne das Auf und Ab und die wirtschaftliche Lage ihrer Betriebe, so Wilbert. Er lobte die Initiative der Behörde, sich "außerhalb der hergebrachten Strukturen auf den Arbeitsmarkt zuzubewegen."

Neben der Handwerkskammer wurden auch die Außendienst Akademie Koblenz (eine Weiterbildungseinrichtung für Erwachsene), die Koblenzer "Allbecon" (Personaldienstleister) sowie die Personal- und Unternehmensberatung Waldesch so genannte Arbeitsmarkt-Partner des Arbeitsamtes. Unentgeltlich sollen die Vier nicht arbeiten.

"Es wird eine erfolgsabhängige Prämie zwischen 500 und 2000 Euro pro Vermitteltem bezahlt", so Arno Ackermann, Teamleiter im Arbeitsamt. Die Höhe der Prämie soll sich nach der Kompliziertheit des Falls richten.

"Natürlich kann dieses neue Modell auch für unsere Mitarbeiter eine Erleichterung sein", führte Cords im RZ-Gespräch weiter aus. Denn: Wenn schneller Arbeitslose im Arbeitsmarkt untergebracht werden, können die Akten entsprechend schneller geschlossen werden. "Wenn wir unsere Partner in Zukunft einschalten, dann heißt das aber nicht, dass wir als Arbeitsamt nicht mehr an diesem Einzelfall weiterarbeiten", betonte Cords. Vielmehr werde dann mehrgleisig an der Vermittlung des Arbeitslosen gearbeitet, die Partner seien eine zusätzliche Unterstützung.

Eingeschaltet werden sie im Übrigen in Absprache mit dem betroffenen Arbeitslosen. Weitere Partner sollen bald dazukommen, so das Arbeitsamt abschließend. Michael Defrancesco
 
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